Von der Garage zum Weinkeller...
Wir hatten einen Monat, um aus der Garage unter unserem Haus einen kleinen Weinkeller zu zaubern, denn die Ernte stand vor der Tür!
Zaubern war wirklich das richtige Wort, den von den Vormietern war soviel Kram zusammengekommen, dass man gerade so die Tür öffnen konnte.
Aber wir haben es geschafft, und das Ergebnis hat selbst uns überrascht. Wir restaurierten den alten Beton-Tank, der das letzte Mal vor 10 Jahren gedient hatte. Dazu kauften wir 650-und 340-Liter-Fässer, und der Keller war konnte seine erste Ernte empfangen.
Unsere Philosophie: So naturnah wie möglich arbeiten, im Weinberg und auch im Keller.
Deshalb läuft die Gärung bei uns natürlich ab, das heisst, wir geben keine künstlichen Hefen zu. Warum? Erstens sind genügen Hefen auf den Trauben vorhanden, Zweitens kommt die Typizität
unseres Terroirs besser zum Ausdruck.
Warum etwas Natürliches künstlich verändern?!
2006
...hat die gesamte Ernte in einer speziellen Form, der "Macération carbonique", gegärt. Die Trauben werden nicht zerkleinert, sondern bleiben so wie sie vom Stock geschnitten wurden. Die Gärung findet in der einzelnen Beere statt. Das ist eine Methode, die besonders für den Carignan geeignet ist, und aus ihm einen fruchtreichen feinen Wein macht!
Allerdings konnten wir unsere 3 unterschiedlichen Lagen nicht getrennt gären.
Die Syrah wurde mit der Hand entrappt, das heisst, die Trauben werden einzeln von den Stielen getrennt. Sehr langwieriger Prozess, aber wir hatten keine Wahl, da wir noch nicht mit Maschinen ausgestattet waren.
2007
...haben wir uns zu kleineren Experimentierungen hinreissen lassen, in 3 kleine Gärtanks (5, 7 und 10 hl) investiert, um die 3 Lagen jeweils einzeln zu ernten und gären zu können. Die Trauben auf dem Plateau und der Pointe sind meistens eher reif als die in der Senke oder auf Hanglage. Die Hälfte des Carignan hat wieder als Macércation Carbonique gegärt, die andere diesmal traditionell, also vorher entrappt. Wir haben seit diesem Jahr auch eine kleine sehr sauber arbeitende Entrappmaschine, sodass damit auch die Syrah entrappt werden konnte.
2008
Drei Tage haben wir für die Ernte gebraucht, sehr sehr interessanter Jahrgang. Eine unglaubliche Reife, die Trauben fielen von alleine wie reife Äpfel vom Weinstock. Das hab ich in meinem Leben noch nie gesehen! Reif ohne überreif und alkoholreich zu sein. Solche Jahre sind selten aber kostbar. Die Ernte unter praller Sonne war noch der Punkt auf dem i, oder wie die Franzosen sagen: "die Kirsche auf dem Kuchen". Wir haben uns das erste Mal am Rosé ausprobiert, gelungen, aber verbesserbar. 500 wenige Flaschen haben aber ohne Probleme ihre Liebhaber gefunden.
2009
Ein Tag Ernte für den Rosé, der direkt gepresst wurde wegen des hohen Farbgehalts in diesem Jahr. Wir haben ein bisschen mehr machen können als letztes Jahr! Ein kleiner Nachmittag Ernte für die sehr reife Syrah,die jetzt schon im Fass verweilt. Und ein wunderschöner Erntetag für die 1,5 ha Carignan. Mit 26 Freunden und Verwandten, viel Spass, 30 Grad und Sonne, und einer guten Reife. Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität, werden sehen, was draus wird.
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KELLER
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